Gemeinsam mit arrivierten Autoren und Nachwuchsschriftstellern springen die Literaturveredler von Konvolut dreist auf den Flüchtlingszug auf – und sammeln Erzählungen, Geschichten und Berichte ihrer Mitreisenden. Drift – Flüchtige Texte ist eine literarisch-musikalische Reise zu brandaktuellen Fluchtpunkten – und das heisst, in diesem Falle, zu Dir, zu mir, und damit letztlich auch: zu uns selbst. Es geht ums Eingemachte, Freunde, um Tod und Teufel und die unheilige Dreifaltigkeit von Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit, nichts weniger, und das ist viel. Denn wo draussen vergeblich an unseren Türen und Toren gerüttelt wird, da werden sie drinnen geöffnet, damit die heimischen Braunbären all den halbgedachten Unrat wieder ins Haus Europa tragen können, den wir sicher auf den Müllhalden der Geschichte glaubten. Drift – Flüchtige Texte will die Grenzen wenigstens einen Spalt weit öffnen und sich versammeln lassen, was sich versammeln will. Erfahrungsberichte von Flüchtlingen treffen auf erdachte Wahrheiten von Schriftstellern, Schreiben im Exil trifft schreibendes Exil, und das Alles trifft sich gut, glauben wir. DANKE ! ! !

DRIFT

Ein belangloser Tag, ein belangloser Ort, ein belangloser Mensch…das Leben des Dr. Jona Festus gleicht einer permanenten Flaute, so unaufgeregt wie die flache Dünung an der Küste, der der hilflose Alltagsphilosoph einen eher unfreiwilligen Besuch abstattet. Doch dann ergibt sich die unerwartete Möglichkeit, Haltung zu zeigen – und Dr. Festus schickt sich an, die bleierne Lethargie seines schlecht gezeichneten Lebensentwurfs zu durchbrechen. Eine Erzählung vom Angriff der Gegenwart auf unsere übrige Zeit…

Der promovierte Wissenschaftshistoriker Marco Böhlandt (*1975) ringt als freiberuflicher Texter und Kulturveranstalter auch zum Broterwerb beständig um Worte – und erringt dabei mitunter Etappensiege. 2013 wurde er für sein Romanprojekt ›Cloaca mundi‹ mit dem Literaturstipendium der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Mehrfach hat er im Rahmen verschiedener Lesungen gemeinsam mit Konvolut aus diesem nicht enden wollenden Werk vorgetragen. Marco Böhlandt lebt und arbeitet in München.

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TRANSIT GLORIA - Marco Böhlandt | KONVOLUT
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Das somalische Mädchen Amal ist gerade 15 geworden, als eine islamistische Miliz über Nacht das Dorf besetzt. Ihr Vater wird ermordet, Amal verschleppt. Irgendwann gelingt ihr die Flucht, und ein monatelanger Leidensweg beginnt, der sie oft bis über den Rand ihres eigenen Verstandes führt. Die Ungesichter ist ein fliehendes Gefüge aus Wahrnehmung und Erinnerung, aus Erfahrungen der Gewalt und immer wieder auch unerwarteter Hilfe. Es erzählt mit den Mitteln literarischer Genauigkeit eine einzelne bewegende Geschichte über den brutalen Verlust einer Kindheit und darüber, wie viel der Mensch aushalten kann, solange er noch Hoffnung hat.

Fridolin Schley lebt als Buchautor und Redakteur des Literaturportals Bayern in München. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Tukan-Preis für den Erzählband Wildes schönes Tier. 2015 war er Herausgeber des Buches Fremd, eine Anthologie gegen Fremdenfeindlichkeit. Zudem gehört er zu den Autoren des Bandes Die Hoffnung im Gepäck, für die sich Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit Geflüchteten trafen und deren Lebensgeschichten aufschrieben. Aus dieser Begegnung mit dem somalischen Mädchen Amal, das in Wirklichkeit anders heißt, entstand das Buch Die Ungesichter (beide Allitera Verlag).

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UNGESICHTER #1 - Fridolin Schley | KONVOLUT
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UNGESICHTER #2 - Fridolin Schley
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Im zweiten Teil von Fridolin Schleys düsterer Flüchtlings-Odyssee bleiben Hörer und Leser fast unerträglich nahe am Geschehen, ›embedded observers‹, ausgestattet mit Nachtsichtgeräten und Klangverstärkern, hypersensibilisiert durch die scharf gestochene, treibende Sprache eines Erzählers, der echten Anteil nimmt. Wir begleiten die junge Somalierin Amal auf ihrer Flucht aus einer unter dem ziellosen Terror islamistischer Milizen zerbrochenen Heimat, mitten hinein in einen Sog aus Angst, Verlorenheit und der unweigerlichen Erblindung im Fremden. 

Fridolin Schley lebt als Buchautor und Redakteur des Literaturportals Bayern in München. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Tukan-Preis für den Erzählband Wildes schönes Tier. 2015 war er Herausgeber des Buches Fremd, eine Anthologie gegen Fremdenfeindlichkeit. Zudem gehört er zu den Autoren des Bandes Die Hoffnung im Gepäck, für die sich Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit Geflüchteten trafen und deren Lebensgeschichten aufschrieben. Aus dieser Begegnung mit dem somalischen Mädchen Amal, das in Wirklichkeit anders heißt, entstand das Buch Die Ungesichter (beide Allitera Verlag).

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DAECHER - Denijen Pauljevic | KONVOLUT
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Geboren in Belgrad, flüchtete Denijen Pauljević während der Balkankriege nach Deutschland und verbrachte vier Jahre in einem Asylheim. Er studierte interkulturelle Kommunikation, nahm an der Drehbuchwerkstatt an der HFF in München teil und arbeitet an verschiedenen Literatur-, Drehbuch- und Theaterprojekten. In 2014 erhielt er die Autorenförderung Raniser Debüt für den Roman „Der Wundenleser“, in 2015 das Literaturstipendium der Stadt München für „Mimicria“.

Ein Sachbearbeiter der Ausländerbehörde führt ein Gespräch mit einem Asylbewerber, der für seinen Sohn einen Ausweg aus dem kafkaesk anmutenden Irrtum des Verwaltungsapparats sucht. Die Gesetzbücher und das bürokratische Verfahren scheinen ein eigenes Leben zu führen. Nach und nach erkennt der Sachbearbeiter, dass sein früheres Leben dem des Mannes vor ihm sehr ähnlich war.Und die Lösung der ganzen Angelegenheit kann so einfach sein.

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SPENDE
Weil nur der Tod umsonst ist,ist es das Überleben eben nicht. Wir erbitten deshalb für jede Geschichte um eine Spende von nicht weniger (aber gerne mehr) als 1 Euro, die über unseren Partner betterplace.org zu 100% an Flüchtlingsprojekte weitergereicht werden. Wir verzichten dabei bewusst auf Bezahlschranken, an Schlagbäumen gibt es derzeit ja eher wenig Mangel. Sagen wir es doch mal so: Wer einem Flüchtling 1 Euro klaut, kann sowieso nicht richtig lesen. Wir danken wirklich herzlich für Eure Unterstützung – und hoffen, mit all dem auch ein wenig Gefallen zu finden, selbst wenn die Reise manchmal dahin geht, wo es weh tut.